MOMLIFE // SPIELPLATZ-MUTTIS . 10 ANZEICHEN, DASS DU NOCH NICHT DAZUGEHÖRST UND WARUM DAS TOTAL OKAY IST.

Spielplatz Muttis Momlife Eltern sein

Sie sehen alle unterschiedlich aus. Sie tragen die unterschiedlichsten Labels: hip, total öko, urban, supersportlich. Aber sie haben eines gemeinsam: Sie sind Spielplatz-Muttis. Eine ganz eigene Gattung unter den Müttern. Die gemeine Spielplatz-Mutti kommt in der Regel mit 1-5 Kindern bepackt am Spielplatz an und scannt erstmal gekonnt das Areal. In ihrem Kopf passieren in diesem Moment gleichzeitig mehrere Denkhandlungen: Wo ist am meisten Schatten/Sonne? Wo ist die Toilette? Wieviele andere Mütter sind da? Wo sind die Quoten-Papas? Oh Gott, die Rutsche ist ja total verdreckt! Zum Glück habe ich die Matschkleidung dabei. Wo sitzen die hippen Mamas? Wo kann ich meine mitgebrachten, natürlich selbst gemachten, Snacks am besten auspacken? Ja, so eine Spielplatz-Mutti hat einiges zu leisten. Nicht jede ist zur Spielplatz-Mutti geboren. Ich zum Beispiel dachte früher auch, da kann ich unmöglich mithalten. Ich habe es akzeptiert, ich werde niemals eine Spielplatz-Mutti werden. Woran ich das erkannt habe? Kann ich euch verraten. Es gibt so ca. 10 Anzeichen dafür, dass man noch keine perfekte Spielplatz-Mutti ist.*

1 // Vorbereitung

Du bist spontan. Einen Spielplatzbesuch plant man doch nicht oder? Da geht man einfach hin. Ist doch nur ein Spielplatz, richtig? Falsch! Wahre Spielplatz-Muttis wissen: gute Vorbereitung und Planung müssen sein. Sie haben immer, IMMER, alles mit dabei. Haben im Normalfall schon im Vorfeld den Spielplatz, die Umgebung, die Spielgeräte und das Publikum abgecheckt.

2 // Es fängt an zu regnen und deine Kinder sind die einzigen ohne Matschkleidung

Der Spielplatz-Mutti könnte so etwas nie passieren! Überraschender Regen und deine Kinder laufen in Sandalen, ohne Matschhose durch den Sand. Pha! Spielplatz-Muttis kommentieren so einen Anfängerfehler bestenfalls mit wortlosem Augenrollen, wissendem Grinsen oder sogar erschüttertem Kopfschütteln. Schließlich wissen sie, dass sich deine Kinder dank so einer Aktion garantiert eine Erkältung einfangen.

3 // Du hast natürlich keine Snacks mit, denn deine Kinder haben gerade eben Mittag gegessen

Die perfekte Spielplatz-Mutti würde niemals ihrem Kind einen Snack verweigern. Dafür ist sie viel zu gut vorbereitet. Sie hat stets ein Arsenal an Hirsebällchen, Brezeln (natürlich Dinkel, was sonst?), Obst- und Gemüsesstückchen, selbst gebackene Brötchen, Muffins und selbstverständlich ausreichend zu Trinken mit dabei. Die Kinder hatten gerade  was zu essen? Völlig egal. Denn auf dem Spielplatz herrschen andere Regeln: wer hier nichts zum snacken mithat, hat sozial und hierarchisch praktisch schon verloren. Auch in dieser Situation wirst du A: Kopfschüttler und Augenroller ernten (siehe hierzu auch Punkt 2) oder B: mehrere gut gefüllte Spielplatz-Mutti-Snackboxen unter die Nase gehalten bekommen. Gerne begleitet mit Sätzen wie: „Ach, nimm bitte – ich habe wirklich mehr als genug mit!“ „Toll, wie entspannt du bist. Das könnte ich nicht bringen. MEINE Kinder haben ja IMMER Hunger!“

4 // Du setzt dich gemütlich auf eine Bank und schnappst dir dein mitgebrachtes Buch. Die Kinder spielen doch alleine!

Wenn du denkst, du könntest gemütlich auf deinem Hintern sitzen bleiben, während deine KInder auf dem Spielplatz spielen, dann bist du eindeutig keine Spielplatz-Mutti. Wahre Spielplatz-Muttis begleiten ihre Sprösslinge nämlich auf Schritt und Tritt. Es könnte ihnen ja sonst was passieren!

5 // Der Spielplatz ist für dich DER Ort, um endlich deinen Mail-Posteingang von Spam zu befreien.

Also bitte! Am Handy herumtatschen während der Nachwuchs völlig auf sich allein gestellt das Klettergerüst erklimmt. Tsss! Was bitte bist DU denn für ne Mutter?! Geht ja mal gar nicht! Okay, spätestens jetzt ist klar: Du bist keine Spielplatz-Mutti.

6 // Deine Kinder sind die einzigen, die kein Sandspielzeug mithaben.

Keine Panik: Es gibt sicher genug andere Mütter mit Kindern, die Sandspielsachen für 10 Minis mithaben, richtig? Falsch! Sandspielzeug teilt man nicht, das hat man mit. Pfff! Anfängerfehler.

7 // Mittlerweile quängeln deine Kinder, weil sie beim Anblick des Hirsebällchen-Brezel-Kuchenbuffets der anderen gut versorgten Kinder unheimlich großen Futterneid entwickelt haben.

Du hast noch immer nichts dabei. Zum Glück hat dir die Spielplatz-Mutti nebenan – die eben noch die Augen verdreht hat – dir was angeboten. Sie scheint die Redelsführerin der Truppe zu sein, denn die anderen Spielplatz-Muttis versammeln sich um sie und haben wichtige Dinge mit ihr zu bereden. Themen: Waldkindergarten oder nicht? Ist Baby led weaning schon wieder total überholt? Und: Wann sichern die hier endlich mal das Klettergerüst – eine Frechheit!

8 // Du hast erfolgreich Kontakt zur Ober-Spielplatz-Mutti aufgenommen und hast das Gefühl, nun auch zum „Inner Circle“ zu gehören. Du wagst, einen kritischen Beitrag zum Waldkindergarten-Babyessen-Klettergerüst-Gespräch.

Stille. Grillenzirpen. Dein Beitrag war wohl etwas übermütig. Gepresst freundlich lächelnde, schweigende Gesichter sehen dich an. Du gehörst definitiv noch nicht dazu. Lass es lieber und hör stattdessen der Teamleaderin aufmerksam zu. Ihre Meinung ist hier die, die zählt. Du bist nur Statistin.

9 // Ein Steinchenwerf-Sandschmeiß-Debakel unterbricht die ohnehin angespannte Situation. Du versuchst, den Streit mit allen beteiligten Kindern zu klären, statt einzusehen, dass mit Sicherheit deine Kinder die Drahtzieher der Aktion waren.

Niemals, NIEMALS sind die anderen schuld. Suche immer erst den Fehler bei deinen eigenen Kindern und versuche keinesfalls, ein anderes Kind zu maßregeln. Kardinalsfehler. Geht gar nicht. Du bist raus.

10 // In einem letzten Aufbäumen versuchst du die Situation zu kitten und bietest den Kindern Kaugummi an, den du eben im untersten Winklechen deiner Handtasche (Tsss, Handtasche am Spielplatz?!) gefunden hast.

Kaugummi für Kinder? Also bitte! Das war deine letzte Aktion hier. Aber keine Sorge: es gibt noch viele Spielplätze und beim nächsten Versuch bist du schon relativ gut vorbereitet. Merke: Hirsebällchen, Brezeln und Obst sind ein guter Anfang. Regenkleidung ist Pflicht. Selbstgebackenes gibt Extra-Bonuspunkte bei den erfahrenen Spielplatz-Muttis. Nicht aufgeben: Du hast Potenzial und kannst es noch schaffen.

Solltest du jetzt denken, dass alle Spielplatz-Muttis perfekt sind – keine Panik. Das sind wir Mamas natürlich nicht. Keiner ist perfekt. Jeder ist schonmal einfach so losgestartet und relativ unperfekt am Spielplatz angetanzt. Das ist total okay. Im echten Leben sind wir Mütter auch nur Menschen. Sie sind keine perfekten, unfehlbaren Spielplatzhirsche und können auch Hirsebällchen nicht in Sushi verwandeln. Gerade beim ersten Kind aber möchte man als Mama oft alles besonders gut, alles richtig machen. Nirgends anecken und den vermeintlich perfekten Spielplatz-Muttis nacheifern. Wenn du dich hier angesprochen fühlst, dann lass dir von einer ehemaligen Nicht-Spielplatz-Mutti sagen: wenn die Kinder am Ende des Tages satt, halbwegs sauber und eingeschlafen sind, hast du deinen Job extrem gut gemacht. Ob mit Hirsebällchen oder ohne. Jede Mutter ist nämlich ohnehin eine echte Alltagsheldin – auch wenn oder gerade weil das Leben mit Kindern definitiv nicht perfekt abläuft.

 

*Anmerkung: Dieser Beitrag ist unbedingt ironisch zu verstehen. Es wird auf keinen Fall versucht, irgendjemanden zu bewerten oder anzugreifen. 😉

 

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Spielplatz Muttis Momlife Eltern sein

9 Comments

  1. Alex 27. Juli 2018

    Hallo, also ich lese dich echt gerne und mag deine Fotos und deinen Stil- aber trotz sarkasmushinweis passt das für mich nicht ganz so zu deinem sonst so liebevollen und schönen Beiträgen…
    es wird eh schon überall genug gelästert.
    Das Leben und leben lassen fehlt mir hier ein bisschen.
    Ich fühle mich als echte spielplatzmama, bin mit meinen eigenen drei Kindern viel am spielplatz, da wir in der Stadt und ohne Garten leben, war in meiner zeit als tagesmutter auch viel am Spielplatz- und ja, wenn man dort gut einen halben Tag verbringt, zum Teil mit Kindern, für die man verantwortlich ist und die nicht die eigenen sind, hat man essen, trinken, Spielzeug, Pflaster und Windeln etc. dabei… inzwischen sind meine geoßen schon keine Kindergartenkinder mehr und da braucht es dann natürlich weniger Equipment und ein Buch habe ich auch dabei, falls der kleine mal schläft… und ja, das dritte (eigene) Kind, isst auch mehr Sand als der Erstgeborene… ich weiß, es soll lustig gemeint sein, aber ich hätte mir noch nie etwas dabei gedacht, wenn eine mama ohne essen oder sandspielzeug neben mir sitzt, wenn man an einem Spielplatz vorbei kommt und Zeit ist, kann doch jeder mal eine Runde schaukeln gehen. und hoffe doch, dass sich niemand angegriffen fühlt, wenn ich meine Kinder bitte, etwas von unserem Kram zu teilen.

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    • Lilly // stilles bunt 27. Juli 2018

      Liebe Alex!

      Erstmal Danke für dein Feedback. Jetzt muss ich aber doch kurz dazu Stellung nehmen, weil ich es irgendwie etwas schade finde, dass du dich jetzt persönlich durch meinen ironischen Beitrag angegriffen gefühlt hast. Das tut mir natürlich leid. Denn wenn man mich/meinen Blog kennt, weiß man, dass ich selbst sehr gerne plane und vorbereitet bin. Ich war jedoch – genauso wie viele Jungmamas, die mir so oft von ihren Unsicherheiten schreiben, auch schon in der Situation, dass ich mich eingeschüchtert gefühlt habe. Das hat wirklich nichts damit zu tun, dass irgendjemand bewusst oder absichtlich böswillig war sondern eher damit, dass man vor allem als Jungmama oft von anderen Müttern eingeschüchtert ist, die perfekt zu sein scheinen. Ich war natürlich selbst oft auf Spielplätzen – wir wohnen auch in der Stadt in einer Wohnung ohne Garten. 😉 Also wie gesagt: meine Blogleser wissen, dass ich gern auch mal Lebenssituationen und Beibachtungen etwas auf die Schippe nehme und auch mal ein wenig kritisch Stellung nehme ohne extra Hinweis. Dass ich hier keinen verurteile und ich ohnehin nach dtm „leben und leben lassen“ Prinzip leb, versteht sich hoffentlich wirklich von selbst. Trotzdem danke für deinen Input!

      Lieben Gruß
      Lilly

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  2. Moni 28. Juli 2018

    Ich versteh diesen Beitrag hier nicht. Ist doch völlig egal wie man am Spielplatz ankommt. Jeder so wie er meint, ob vorbereitet oder nicht, perfekt ausgestattet oder nicht, mit Snack oder nicht. Es geht darum, dass die Kinder Spass haben. Alles drum herum spielt überhaupt keine rolle.

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  3. Alex 28. Juli 2018

    Danke für deine Antwort, ich fühle mich auch nicht persönlich von dir angegriffen- ich lese und folge deinem Blog seit 2015- also doch schon länger… der Beitrag passt halt nicht so zu deinen sonst so schönen blogartikeln- ich finde es schön, dass du normalerweise so positiv über das mama-sein und mamaheldinnen schreibst! Das tut gut und ist so wertschätzend, was im Alltag oft kaum geschieht- und tut auch verunsicherten Jungmamas gut💕 Alles liebe

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  4. Konstanze 28. Juli 2018

    Liebe Lilly,

    ich habe mich beim Lesen Deines Blogposts wirklich sehr amüsiert. Bin selber Mama von 2 Töchtern (5+7) und hab‘, trotz Haus und Garten, jede Menge Spielplatzerfahrung. Ich war früher das eine und jetzt bin ich das andere. Hat sich im Laufe der Zeit einfach so ergeben bzw.entwickelt. Du hast das „Eigenleben“ auf dem Spielplatz wirklich gut beobachtet und meiner Meinung nach sehr treffend und humorvoll in Worte gefasst. Ich fühle mich von Deinem Artikel absolut nicht angegriffen. Und so wie Du es zum Abschluss feststellst: ALLE Mamas geben ihr Bestes und sind Alltagsheldinnen … mit oder ohne Hirsebällchen 🙂
    Alles Liebe von
    Konstanze

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    • Lilly // stilles bunt 28. Juli 2018

      Liebe Konstanze,

      vielen Dank, dass du drn Beitrag bis zum Ende gelesen hast. ☺️ Ein wenig Humor schadet uns Mamas wirklich nicht – das sehe ich auch so.

      Lieben Gruß,
      Lilly

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  5. Caro 28. Juli 2018

    Wundervoller Beitrag mit der nötigen Brise guten Humors. Das ist einfach mal wieder lustig in unserem Mamaalltag❤️❤️

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    • Lilly // stilles bunt 28. Juli 2018

      Liebe Caro,

      vielen Dank für deinen Kommentar! Ja ich finde auch, dass Humor und etwas Selbstironie überlebensnotwendig für uns Mamas sind.

      Lieben Gruß,
      Lilly

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  6. Olga 6. August 2018

    Im Urlaub habe ich kaum bis kein Internet genutzt. Deswegen habe ich erst jetzt deinen Text gelesen. Ich finde ihn lustig und selbstironisch. Ich glaube es kommt auch immer darauf an,wie weit man von dem Spielplatz weg wohnt:je weiter weg,desto mehr „gepäck“. Bei uns gibt es zum Glück kaum die möglichkeit sich zu vergleichen,wir sind fast immer die einzigen auf dem spielplatz.getränke und etwas zu knabbern gehört bei uns auch zum Standard 😉 und ich sitze auf der Bank,möchte meinen Kindern Freiraum zum Spielen geben,aber ich spiele auch oft mit. Weiterhin fröhliche Spielplatzbesuche😊

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