INTERIOR // WARUM DAS KINDERZIMMER NICHT PERFEKT SEIN DARF UND WIE ES TROTZDEM ORDENTLICH BLEIBT.

Kinderzimmer EinblickPinterest, Instagram, Facebook, Youtube: Überall sieht man perfekt gestylte, wunderschöne Kinderzimmer, die aus einem Wohnmagazin stammen könnten. Toll! Mag ich auch sehr. Die Realität sieht nur leider anders aus. Leider? Warum das Kinderzimmer nicht perfekt sein darf und ein paar Tipps wie es trotzdem ordentlich bleibt, gibt es heute für euch. Plus: Ein paar Eindrücke aus dem Kinderzimmer unserer ältesten Tochter. Nicht perfekt, aber echt und das ist gut so.

Chaos im Kinderzimmer. Was für viele Eltern zu regelmäßigem Haareraufen führt, ist für Kinder enorm wichtig. Im Chaos schlummert nämlich auch ganz viel Kreativität, die, wenn man sie ab und an lässt, erwachen kann. Zugegeben, ich zähle definitiv nicht zu jenen Mamas, die das Kinderzimmer als totales Niemandsland akzeptieren. Da bin ich ehrlich. Als bekennender Ordnungsfan und Aufräumwütige kostet es mich tatsächlich oft viel Überwindung, meinen Töchtern ihre Chaosecken zu lassen und sie nicht zu überreden, ALLES ständig aufzuräumen. Versteht mich nicht falsch, ich mag es aufgeräumt und meine Kinder fahren da zum Glück auch im Großen und Ganzen mit mir im selben Boot. Trotzdem ist der Begriff Ordnung immer relativ und für Kinder auch sehr schwer greifbar. Ein perfektes Kinderzimmer darf nicht sein, finde ich. Das ist meine ganz persönliche Meinung. Der Balanceakt aus „aufgeräumt“ und „frei“ ist aber auf jeden Fall machbar – das weiß ich aus eigener Erfahrung. Doch es klappt nur, wenn man bereit ist, sich auf Kompromisse einzulassen. Eine besondere Herausforderung für alle Perfektionisten (wie mich) unter uns Eltern. Heute verrate ich euch meine persönlichen Tipps für mehr Ordnung im Kinderzimmer  und das fernab von perfekt. Unser Ziel: Ein Kinderzimmer, in dem gespielt wird, gespielt werden darf, das mit Rechten und auch gewissen Pflichten eingerichtet ist. In unserer Familie leistet jeder seinen Beitrag, damit unser Zuhause halbwegs ordentlich bleibt. Mir ist dabei besonders wichtig, die Kinder in den Prozess zu integrieren und ihnen auch Verantwortung zu übergeben. Daran wachsen sie. Das macht sie stolz, sie fühlen sich ernstgenommen und wertgeschätzt. Zu den Aufgaben der Kinder gehört bei uns daheim zum Beispiel, dass sie ihre eigene Wäsche vom Wäscheständer nehmen und verräumen. Wie wir unsere Kinder dazu motivieren, im Haushalt mitzuhelfen und was ein „Hausladen“ ist, könnt ihr in diesem Beitrag nochmal nachlesen *klick*.

Kinderzimmer EinblickHeute geht es aber speziell um das Thema Kinderzimmer und auch das fällt bis zu einem gewissen Grad in das Aufgabengebiet der Mädchen. Mit 5 und 8,5 Jahren sind sie schon im Stande, ihre kleinen Reiche halbwegs ordentlich zu halten und das macht mich ziemlich stolz. Wie wir das geschafft haben? Hier kommen meine 5 Tipps, wie auch ihr es schaffen könnt, die Kinderzimmer ordentlicher zu halten:

Tipp 1: Alles hat seinen Platz!

Auch wenn es banal klingt – wenn jedes Ding sein „Zuhause“ hat, dann fällt auch das aufräumen viel leichter. Mein Tipp: Schulkinder können bereits beschriftete Kästen und Körbe lesen und wissen, so wo was hingehört. Für kleinere Kinder eignen sich entweder Polaroids des Inhalts oder Zeichnungen, die auf die jeweiligen Boxen/Kästen geklebt werden. Dann heißt es „dran bleiben“ und nicht aufgeben. Anfangs übt man das Aufräumen am besten mit den Kindern gemeinsam. Eine Sache, von der man sicherlich nie genug haben kann, ist Stauraum. Wir haben beispielsweise für unsere beiden eher kleinen Kinderzimmer ein funktionales Bett gewählt. Die Schubladen beherbergen Verkleidesachen und allerlei Spiele und bei Bedarf können wir die Betten sogar ausziehen und mit einer Matratze zum Doppelbett erweitern. Daneben haben wir uns für Kästen mit tiefen Schubladen entschieden. Allerdings wäre ich wohl keine Interior-Bloggerin, wenn ich nicht ständig über Verbesserungen nachdenken würde, nicht wahr? Darum fehlt auf jeden Fall noch eine Art Regal oder Wandablage über dem Schreibtisch und das eine oder andere Dekoteil wird mit Sicherheit noch in beiden Kinderzimmern einziehen. Soviel steht schon mal fest.

Tipp 2: Lob macht stolz.

Es gibt fast keine stärkere Motivation für meine Kinder, aufzuräumen, als das anschließende Lob. Ich bin sicher, das trifft auch auf eure Minis zu, denn wenn man Kinder bestärkt und ihre Erfolge lobt, macht sie das unheimlich stolz. „Das hast du wirklich richtig toll gemacht“ und „Ich bin echt stolz auf dich“ – Sätze wie diese bewirken schon so einiges und stärken das Selbstbewusstsein. Das trifft aufs Ordnung halten mindestens so zu wie auf ein tolles Bastelkunstwerk oder die selbst zugebundenen Schuhe. Denn wenn das Kinderzimmer nicht 100 % perfekt ordentlich ist, dann hat der Monk in mir Sendepause und ich helfe lieber noch mit: „Wow, das sieht echt toll aus, wie du das gemacht hast. Soll ich dir noch bei irgendwas helfen?“. So machen wir es jedenfalls und das hat sich bisher gut bewährt.

Tipp 3: Kinder in den Alltag einbinden, statt neben/hinter ihnen herzuräumen

Kinder lernen von uns. Wir Eltern sind ihre Vorbilder. Darum ist es mir auch wichtig, meine Mädchen in unseren Alltag einzubinden und ihnen Verantwortung zu übertragen. Unsere Töchter helfen mit beim Staubsaugen (F. liebt es!) und Swiffern, räumen die Spülmaschine aus und ihre trockene Kleidung vom Wäscheständer. Die Mädchen sehen und wissen, dass wir gemeinsam einfach mehr schaffen, schneller fertig sind und damit auch mehr Zeit für die lustigeren Dinge haben, wie gemeinsam spielen, basteln, rausgehen, backen uvm.

Tipp 4: Boxen, Kästen & Körbe

Ja es gibt sie. Diese sich täglich zu vermehren scheinenden „Fuzal“ – Papierschnipsel, die wahnsinnig wichtig sind und nicht entsorgt werden dürfen. Überaschungsei-Kram, der unter keinen Umständen in den Müll wandern darf. Auch bei uns gibt es reichlich Kleinkram in den Kinderzimmern. Warum sie dennoch nicht überhand nehmen und ich zum Glück nicht ständig drauftrete, hat einen guten Grund. Meine Helden des Alltags sind wie überall in unserem Zuhause auch in den Kinderzimmern Boxen, Kästen und Körbe in verschiedenen Größen. Darin wohnt der Kleinkram – schön verstaut und trotzdem griffbereit, falls ein dringender Ü-Ei-Spielzeug-Notfall eintreten sollte. Man weiß ja nie! Eine kleine Auswahl meiner Lieblingsaufbewahrungsteile findet ihr bei meinen Kinderzimmeressentials weiter unten.

Tipp 5: Masking Tape, Schmutzradierer und Handstaubsauger

Klebestreifen an den Wänden sind bei uns kein Thema, denn mit meinen Mädchen ist abgemacht: Ihre Zeichnungen und Kunstwerke dürfen die Kinderzimmertüre zieren. Befestigt werden sie ganz easy mit Masking Tape, das die beiden kleinen Künstlerinnen einfach von der Rolle abreißen können und das sich spurlos wieder entfernen lässt. Ist die Zimmertür-Gallerie voll, dann gibt es eine große Kiste, in die die wertvollsten Bilder kommen, die wir aufheben müssen. Was nicht mehr so sehr geliebt wird, wandern in den Papiermüll. Bisher hatten wir auf diese Weise eigentlich nie große Trennungsschmerzen beim Entsorgen von Zeichnungen. Neben Masking Tape zählen auch der Schmutzradierer und Handstaubsauger zu meinen liebsten Helfern im Kinderzimmer. Die Mädchen benutzen mittlerweile selbstständig und ohne meine Hilfe beide Putzhelfer, wenn der Schreibtisch mal wieder mit Bleistiftfingern geschwärzt wurde oder sich der Inhalt des Spitzers auf dem Kinderzimmerboden verteilt hat.

Kinderzimmer SchreibtischKinderzimmer EinblickKinderzimmer EinblickMeine Erfahrung ist jedenfalls, dass es enorm hilfreich ist, den Kindern ihren Freiraum zu lassen, sie aber gleichzeitig auch in die Aufräumaktionen einzubinden und ihnen eine gewisse Ordnungsvorstellung zu vermitteln. Wie stark ausgeprägt diese Ordnung ist, das sei jedem selbst überlassen. Ich persönlich kann mit unperfekt ganz gut leben, solange das Chaos nicht überhand nimmt. Und ganz ehrlich? Meine Mädchen ärgern sich selbst enorm, wenn sie in ihrem „Saustall“ mal etwas ganz unheimlich wichtiges nicht finden können. Das alleine schon ist oft Ansporn genug, mal wieder etwas klar Schiff zu machen. Und falls das Chaos wirklich zu viel ist, um es alleine zu packen, helfe ich natürlich gerne mit. Der Monk in mir macht dann Freudensprünge.

Wie geht ihr mit Überaschungsei-Kleinkram um? Ist das Kinderzimmer bei euch auch Chaos-Zone Nr. 1 oder habt ihr kleine Ordnungsfans zu Hause?

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2 Comments

  1. Claudia bensberg 5. November 2018

    hi lilly,
    Im grossen und ganzen haben wir beide eine ganz ähnliche Einstellung zu diesem Thema – danke für diesen Artikel, werde mich nochmal um ein paar boxen/körbe bemühen, dahingehend hast du mich bzgl kleinkram nochmal motoviert. Und witzig: bei uns hängen die kunstwerke auch ausschließlich an den türen;))
    Glg aus Freilassing,
    Claudia

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    • Lilly // stilles bunt 5. November 2018

      Liebe Claudia,

      danke für deinen Kommentar! Ja, Boxen und Körbe sind echte Geheimwaffen.

      Lieben Gruß,
      Lilly

      Antworten

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