WORK LIFE BALANCE: SO ORGANISIERE ICH MEINE SOMMER DAILY ROUTINE

Work-Life-Balance

Wer mir auf Instagram folgt, weiß, dass wir diesen Sommer in Bayreuth verbringen. Natürlich kann ich nicht 2,5 Monate Urlaub machen, denn ich habe ja schließlich einen Job. Viele kennen das ja selbst im Sommer, wenn das schöne Wetter lockt, die Kinder Ferien haben, braucht es eine gute Sommer Daily Routine für die Work Life Balance. Wie wir zu zweit zu völlig unterschiedlichen Zeiten arbeiten und trotzdem Familienzeit und Urlaub mit unseren Jobs vereinbaren können, das erkläre ich dir heute.

Warum sind wir in Bayreuth und was hat das mit Work Life Balance zu tun?

Anfang Juli haben wir uns aufgemacht, um für einen Sommer in eine neue Stadt und eine andere Wohnung zu ziehen. Der Grund dafür ist beruflicher Natur. Thomas, mein Mann, hat als Orchestermusiker unterm Jahr keine Urlaub, dafür im Sommer frei. Dieses Jahr bot sich eine ziemlich einmalige Chance für ihn, denn er wurde eingeladen beim altehrwürdigen und traditionsreichen Bayreuther Festspielorchester mitzuwirken.

Eine ziemliche Ehre, denn dieses Orchester setzt sich aus Musikern aus den besten Orchestern Deutschlands, Österreichs und anderer Länder zusammen. Grundvoraussetzung um beim Wagnerfestival mitzuspielen ist, den Sommer lang hier her zu ziehen. Da mein Job nicht unbedingt an einen bestimmten Ort gebunden ist und wir nicht den kompletten Sommer auf den Papa verzichten wollten, sind wir kurzerhand alle vier mitgezogen.

Eine Mischung aus Urlaub und Arbeit nur eben anderswo. Während mein Mann meist abends bzw. nachmittags auf dem „Grünen Hügel“ im Festspielhaus arbeitet, haben wir also die Tage als Familie grundsätzlich frei. Natürlich kann auch ich nicht 2 Monate frei nehmen – meine Unternehmen führen sich schließlich nicht alleine. Damit ich meinen Job und meine To Dos erledigen kann und gleichzeitig genug Familienzeit bleibt, braucht es also richtig gute Organisation und Zeitmanagement plus den einen oder anderen Kompromiss.

Bevor ich ein wenig zum Tagesablauf und wie ich mich hier in Bayreuth organisiere, erzähle, gibt es einen kleinen Einblick in unseren Glücksgriff – die Altbauwohnung. Diese 180m2 haben uns vom Fleck weg in eine frühere Zeit entführt.

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Zeitmanagement mit dem Block System

Ich habe es mir angewöhnt, meinen Tag in der Regel in Blöcke einzuteilen. Warum ich das mache? Kannst du dich an deine Schulzeit erinnern? Damals gab es einen Stundenplan und während du z.B. Mathe hattest, war der Fokus auf dieses eine Fach gerichtet. Du hättest vermutlich nicht Englisch oder Deutsch während der Mathestunde gemacht, stimmt’s? Nun das Block System funktioniert nach demselben Prinzip, nur dass wir uns als Erwachsene selbst und freiwillig entscheiden können, unsere Zeit so einzuteilen.

Ein Beispiel: Am Morgen gibt es dann etwa einen Zeitraum der für meine Morgenroutine geblockt ist, dann einen Familien Get Ready for School Block während der Schulzeit, danach beginnt mein Arbeitsblock am Vormittag. Innerhalb dieser geblockten Zeiten liegt mein Fokus auf dem jeweiligen Thema und sonst nirgendwo.

Deep Work Phasen oder auch Pomodoro

Eine Weiterführung oder auch Vertiefung dieses Systems ist die Pomodoro Technik – davon hast du vielleicht schon gehört. Manche sprechen hier auch von Deep Work Phasen. Die Idee ist, sich einen Timer zu stellen – z.B. 25 Minuten – währenddessen ohne jegliche Störung und Ablenkung an einer Aufgabe gearbeitet wird. Wenn der Timer klingelt, machst du 5 Minuten Pause und beginnst danach einen neuen Zirkel mit 25 Minuten. Ganz wichtig: Sofern du in dieser Zeit nicht am Smartphone arbeitest, hat das Handy hierbei nichts verloren. Social Media Benachrichtigungen und andere Ablenkungen sind viel zu verlockend. Der große Vorteil dieser Technik ist, dass du wirklich deine komplette Aufmerksamkeit und Konzentration einer Aufgabe widmest. Du wirst überrascht sein, wie viel du in 25 Minuten schaffen kannst!

Tipps für deine Work Life Balance

  • Plane deine Zeit in Blöcken
  • Nutze das Pomodoro Prinzip
  • Gönne dir genug Pausen
  • Erlebe Pausenzeiten bewusster
  • Plane ausreichend Me-Time ein

Das große Glück an meinem Job ist, dass ich theoretisch von überall arbeiten kann. Hier in Bayreuth habe ich einen wunderschönen, uralten Schreibtisch zur Verfügung, den ich mir mit den nötigsten Dingen arbeitsbereit gemacht habe. Als Minimalistin brauche ich tatsächlich auch nicht viel bzw. habe ich die wichtigsten Tools mitgebracht. Hier arbeite ich sowohl an allen Aufgaben und Projekten rund um stilles bunt, als auch für meine Social Media Agentur studio hej mit der Onlinekurs Plattform erfolgreichundfrei.com .

Wir haben als Familie einen recht natürlichen Zugang zum Thema Arbeit, denn sowohl Thomas als auch ich machen genau das, was uns erfüllt und somit verschwimmen die Grenzen zwischen Job und Hobby tatsächlich öfters. Noch ein Grund mehr, der dafür spricht, die Zeit bzw. den Tag gut zu strukturieren. Während ich zu Hause etwas konkreter mit meinen Blöcken bin, braucht es im Sommer etwas mehr Flexibilität. Unterm Jahr ist mein Vormittag wie gesagt praktisch an 5-6 Tagen die Woche ein kompletter Arbeitsblock. Den Sonntag versuche ich mir immer eher freizuhalten. Das heißt Montag-Samstag vormittags Arbeistblock, nachmittags Kinderzeit, abends nochmal ein Arbeitsblock.

Meine 6 Tage Woche kann ich natürlich hier in Bayreuth nicht genauso durchziehen und das möchte ich auch nicht. Denn man darf nie vergessen: Wer selbstständig ist, läuft auch Gefahr immer zu arbeiten und sich selbst zu wenige Pausen zu nehmen. Diesen Sommer wollte ich ganz bewusst etwas entschleunigter angehen. Das Gefühl, immer etwas tun zu müssen, habe ich zu Hause in Österreich gelassen und das ist gut so.

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Meine Sommer Tages Routine

Wie sieht nun ein typischer Tag hier in Bayreuth aus? Typisch kann man eigentlich nicht generell sagen, aber ich zeige dir mal beispielhaft, wie ein Tag aussieht, an dem wir keine große Unternehmung oder einen Ausflug geplant haben.

6:00 -7:00 Guten Morgen!

Ich bin auch hier in der Sommerwohnung die Erste, die aufsteht, denn den Morgen nutze ich gleich für einen Kaffee ganz in Ruhe und die ersten To Dos. Nach einer Me-Time-Einheit, die ich mir ganz bewusst nehme, geht es auch schon los. Ich teile meine Morgenstory auf Instagram, beantworte Fragen, die via DM hereingekommen sind und plane meine To Dos für den Tag.

8:00 – 9:00 Uhr Work Block

Der große Vorteil an den Ferien (in Österreich haben die Kinder 9 Wochen Sommerferien) ist, dass die Mädchen ausschlafen können. Herrlich für sie und auch für mich, denn ich kann in Ruhe arbeiten, ohne das Gefühl zu haben, die Kinder brauchen mich schon morgens. So gegen 8:00 Uhr findet man mich daher an meinem Schreibtisch, wo ich in den ersten Deep Work Block starte. Mein Tipp: Alle Aufgaben, die besonders viel Konzentration erfordern, erledige ich immer gleich morgens. E-Mails beantworten, ist eher eine Tätigkeit für die Mittags- oder Abendstunden, denn das braucht weniger Konzentration.

Der Vormittags Block kann recht unterschiedlich aussehen, je nachdem, was an Aufgaben ansteht, ob Meetings/Calls stattfinden oder nicht. In dieser Zeit bis die Kinder aufwachen, schaffe ich tatsächlich immer sehr viel, weil ich da total konzentriert arbeiten kann.

9:00 Uhr Morgengewusel und Vormittag

So ganz exakt kann man das natürlich nicht sagen, aber in etwa zwischen 9:00 und 10:00 wuseln hier derzeit zwei kleine Frühstücksmäuse herum. Da meine Kinder schon etwas größer und selbstständig sind, brauchen sie auch nicht mehr so viel Individualbetreuung.

Bis 12:00 Uhr Work Block + Übezeit

Am Vormittag beschäftigen sich die Mädels dann größtenteils selbst. Das ist auch die Zeit, in der die beiden ihre Instrumente üben und ich mich wieder an die Arbeit mache, begleitet von Klavier-, Geigen- und Celloklängen aus den Kinderzimmern.

Nachmittags: Familienzeit

Der Nachmittag gehört den Kindern und uns als Familie. Wie gesagt, je nachdem, was wir vorhaben, gestaltet sich der Tag auch unterschiedlich. Aber in der Regel versuchen wir Mittag und Nachmittag für uns zu viert Zeit zu haben. Wenn Thomas Dienst hat, muss er je nach Oper zwischen 15:00 und 16:00 los zum Festspielhaus. Dort arbeitet er dann bis etwa 22:00 Uhr.

20:00 – 22:00 Uhr: Familienzeit oder Work Block

Wenn Thomas arbeitet, nutze ich die Abendstunden nochmal für einen Arbeitsblock. Da ich eher Typ Nachteule bin, kann ich auch spät abends noch recht gut arbeiten. Alles was vom Tag noch liegen geblieben ist, steht dann noch auf meinem Plan. Meistens nutze ich die Abendstunden ganz intuitiv für Planungs- und Vorbereitungsarbeiten für die nächsten Tage. Das klappt bei mir sehr gut abends. Hierzu zählt z.B. der Redaktionsplan für den Blog, Instagram Posting Ideen, Reels Ideen, Content Recherche usw. Ich würde nicht empfehlen, die Buchhaltung abends zu machen, glaube mir, ich hab das schon öfters gemacht und es ist kein Spaß. Aber wann ist das Buchhaltung schon?

00:00 Uhr: Good Night!

Zugegeben, ich schaffe es nicht immer vor Mitternacht schlafen zu gehen, obwohl ich mir das immer wieder vornehme. Öfters wirds auch mal 00:30 oder 1:00 Uhr. Aber ich arbeite daran.

Wie sieht dein Sommer aus? Kannst du dir Urlaub nehmen, bist du selbstständig und tappst in die Dauerarbeitsschleife?

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